OnPage Optimierung: Die Checkliste, die tatsächlich funktioniert
Mal ehrlich: Die meisten OnPage-Checklisten sind nutzlos. 127 Punkte alphabetisch sortiert, von denen 80 % keinen Unterschied machen? Das ist Marketing für SEO-Tools, keine Strategie.
Seit 15 Jahren optimiere ich Seiten im Rahmen von SEO. Und die Realität ist einfach: 15 % der OnPage-Faktoren generieren 85 % der Ergebnisse. Der Rest? Nett zu haben, aber nicht lebensverändernd. Deswegen hier eine Checkliste, die nach echtem Impact priorisiert ist — nicht alphabetisch, nicht nach Komplexität, sondern nach: Was verdoppelt oder verdreifacht die Chancen auf Ranking?
Die unumstößliche Wahrheit: Title Tags sind nicht “einfach auch wichtig”
Fangt mich nicht falsch: Der Title Tag ist der einzeln wichtigste OnPage-Faktor. Punkt. Vorbei.
Ich weiß, das klingt übertrieben. Aber Google hat sich da extrem wenig bewegt seit 2010. Ein guter Title Tag ist wie die Überschrift in einer Zeitung — wenn sie nicht funktioniert, liest keiner den Artikel. Und Google? Rankt dich auch nicht.
Ein guter Title Tag muss drei Dinge leisten:
1. Das Keyword ganz vorne (nicht “optimiert”, sondern am Anfang)
Schlecht:
Wie man Fahrräder pflegt: Der komplette Leitfaden 2026 | CycleInfo
Gut:
Fahrrad pflegen: Komplettanleitung für Anfänger | CycleInfo
Google schaut auf die ersten 3-5 Worte. Punkt.
2. Nur so lang, dass Google es komplett anzeigt
Die Pixelbreite entscheidet, nicht die Zeichenanzahl. Aber als Faustregel: 50-60 Zeichen sind der Sweet Spot für den Title Tag. Google schneidet bei ca. 580 Pixel ab (Desktop). Breite Buchstaben wie “W” oder “M” fressen mehr Platz als “i” oder “l”. Screaming Frog zeigt dir die Pixelbreite direkt im Page-Titles-Tab an — nutze das.
Der HTML-Code dafür:
<head>
<title>Fahrrad pflegen: Komplettanleitung für Anfänger | CycleInfo</title>
<meta name="description" content="Fahrrad richtig pflegen in 7 Schritten. Kette, Bremsen, Schaltwerk -- mit Wartungsplan zum Download. Von Mechanikern geschrieben." />
<link rel="canonical" href="https://example.com/fahrrad-pflegen/" />
</head>
Der Canonical-Tag gehört auf jede Seite. Ohne ihn riskierst du, dass Google eine URL-Variante (mit Parametern, mit Trailing Slash, ohne www) als Hauptversion wählt — und deine Signale splitten sich.
3. Emotionale oder numerische Komponente? Bonuspunkte.
Title: "Fahrrad-Wartung: Die 7 Fehler, die den Rahmen zerstören"
vs.
Title: "Fahrrad-Wartung: So halten Bikes 15 Jahre"
Das zweite ist konkreter. Die erste Version geht emotional rein (“Zerstören!”). Beide funktionieren besser als:
Title: "Fahrrad Wartung"
CTR-Daten aus der Praxis: Wir haben bei Think11 über 2.000 Title-Tag-Änderungen ausgewertet. Titles mit Zahlen performen im Schnitt 17 % besser in der CTR als generische Titles. Titles mit Klammern (“(2026)”, “[Anleitung]”) bringen nochmal +8 %. Und: Google überschreibt deinen Title in ca. 33 % der Fälle. Wenn dein Title zu lang ist, zu keyword-stuffed oder nicht zum Content passt, generiert Google einen eigenen. In der Search Console unter “Darstellung in der Suche” siehst du, welche Titles Google tatsächlich anzeigt.
Realität: Wer mit mir zusammenarbeitet, focusst zuerst die Top-100-Keywords. Title-Tag-Optimierung. Dann warten wir 3 Wochen und gucken, was passiert. Oft genug: +2 bis 5 Positionen pro Seite. Für eine 30-Minuten-Änderung.
Tool-Tipp: In der Google Search Console findest du unter “Leistung” die CTR pro Seite. Sortiere nach Impressionen absteigend und schau dir die CTR an — alles unter 3 % bei Position 1-5 schreit nach Title-Tag-Optimierung. Mit Sistrix oder Ahrefs kannst du zusätzlich die SERP-Features checken, die deinen Klickanteil beeinflussen.
Meta Descriptions: Der unterschätzte Conversion-Hebel
Meta Descriptions sind kein Ranking-Faktor. Google hat das oft genug bestätigt. Aber sie sind ein CTR-Faktor — und CTR beeinflusst indirekt das Ranking. Eine gute Meta Description ist ein Mini-Salespitch in 150-155 Zeichen.
Was funktioniert:
- Call-to-Action einbauen: “Jetzt lesen”, “Kostenlose Checkliste”, “In 5 Minuten verstehen” — klingt banal, wirkt messbar.
- Unique Value Proposition: Was kriegt der User bei dir, was er bei den anderen 9 Ergebnissen nicht kriegt?
- Keyword fett hervorheben: Google boldiert das Keyword in der Description. Das zieht den Blick an.
Was nicht funktioniert:
- Copy-Paste der gleichen Description auf 200 Seiten. Google ignoriert das dann komplett und generiert eigene Snippets. Wir sehen das regelmäßig: Bei einem kürzlichen TYPO3-Audit hatten 176 Seiten duplizierte Meta Descriptions und 158 Seiten gar keine — auf einer Website mit über 800 URLs.
- Descriptions unter 70 Zeichen. Verschenkter Platz in der SERP.
- Versprechen, die der Content nicht hält. Die Bounce Rate wird dich bestrafen.
Pro-Tipp: Screaming Frog > Meta Description > Filter “Missing” — das sind deine Low-Hanging Fruits. Jede Seite ohne Meta Description lässt Google entscheiden, was angezeigt wird. Manchmal trifft Google gut, oft nicht.
Heading-Hierarchie: H1 bis H4 richtig einsetzen
Die Heading-Struktur ist ein Signal an Google, wie dein Content organisiert ist. Nicht das stärkste Signal, aber eins, das fast alle Seiten falsch machen.
Die Regeln:
- Ein H1 pro Seite. Genau einer. Nicht null, nicht drei. Der H1 sollte das Hauptkeyword enthalten und dem Title Tag ähneln (aber nicht identisch sein).
- H2 als Kapitel. 3-7 H2s pro Artikel sind ein guter Richtwert. Jeder H2 sollte ein Unter-Thema oder eine Suchintention abdecken.
- H3 als Unterabschnitte. Pro H2 mindestens 1-2 H3s. Das gibt Google Granularität.
- H4 sparsam. Nur wenn die H3-Ebene wirklich weitere Unterteilung braucht.
Die häufigsten Fehler:
- H-Tags für Styling missbrauchen. “Ich will den Text größer, also mach ich einen H2 draus.” Nein. Dafür gibt es CSS. H-Tags sind semantisch, nicht visuell.
- Hierarchie überspringen. H1 direkt gefolgt von H4 — Google versteht die Struktur nicht.
- Keywords in jeden H2 stopfen. Ein, maximal zwei H2s mit dem Hauptkeyword. Der Rest: verwandte Begriffe, Fragen, Long-Tail Keywords.
- Kein H1 auf der Seite. Passiert öfter als du denkst, vor allem bei JavaScript-Frameworks, wo der H1 erst nach dem Rendering erscheint. Prüfe das mit Screaming Frog unter “Rendering” > “JavaScript”.
Praxisbeispiel: Ein Audit-Befund, der das illustriert: Bei einem Audit einer TYPO3-Website mit über 800 Seiten fanden wir, dass 72 % aller Seiten keinen H1-Tag hatten — das CMS-Template renderte den Artikeltitel als H2 statt als H1. Gleichzeitig waren 221 Title Tags im News-Bereich dupliziert (39 Gruppen mit identischen Titeln), und 73 % aller Titles überschritten die 60-Zeichen-Grenze, weil allein der Brand-Suffix 24 Zeichen belegte. Drei Template-Fehler, die hunderte Seiten gleichzeitig betrafen.
Für Featured Snippets: Google zieht die Antwort oft direkt aus der Heading-Struktur. Wenn du den H2 als Frage formulierst (“Was kostet eine OnPage-Optimierung?”) und direkt darunter eine kurze, präzise Antwort in 40-60 Worten gibst, steigt die Chance auf ein Featured Snippet signifikant.
Nummer zwei: Content-Qualität und Länge ist nicht dasselbe wie Substanz
Hier kommt ein unbequemer Fakt: Lange Content rankt besser. Aber nur, weil lange Content NORMALERWEISE besser ist. Nicht weil Google Wortanzahl zählt.
Ich habe 2.000-Wort-Artikel ranken sehen vor 8.000-Wort-Artikel auf Seite 2. Der Grund? Der kurze Artikel war präzise, nützlich, strukturiert. Der lange war einfach nur… lang.
Was Google WIRKLICH misst:
-
Entropie reduzieren: Antwortest du die User-Frage oder schweifst du ab? Google merkt das über die Bounce Rate, CTR aus SERP, und durchschnittliche Lesedaür (wenn du Analytics nutzt).
-
Depth vs. Breite: Ein 3.500-Wort-Artikel, der 8 verschiedene Unter-Keywords behandelt, ist wertvoller als 3.000 Wort zu einem. Beispiel: “Fahrrad-Pflege” sollte abdecken: Kette, Bremsen, Felgen, Reifen, Schaltwerk — jeweils 400-500 Wort.
-
Expertise signalisieren: Das ist E-A-T (Expertise, Autorität, Trustworthiness) und seit Core Update 2023 wird das quasi gemessen. Wenn ich über Medizin schreibe, muss ich klar machen, wer ich bin. Wenn ich über Fahrrad-Wartung schreibe, vielleicht weniger.
Praktisches Beispiel aus 2024:
Wir optimierten einen Article zum Keyword “WordPress SEO”. Der ursprüngliche Text war 4.200 Wort, gut strukturiert. Ranking: Position 12-15.
Dann haben wir:
- Die Intro um 40 % gekürzt (User-Frage schneller beantwortet)
- Unter-Keywords explizit als H3-Überschriften strukturiert
- Jeder Abschnitt kriegt ein “Warum ist das wichtig?”-Absatz
- Am Ende ein “Häufige Fehler”-Abschnitt eingefügt
Keine neuen Inhalte, nur Struktur. Länge: 4.100 Wort.
Resultat nach 4 Wochen: Position 3-5. Und wichtiger: +280 % CTR aus SERP.
Längeres = besseres Ranking gilt, aber nur unter der Bedingung, dass länger = relevanter ist.
Content für Featured Snippets strukturieren
Google hat drei Featured-Snippet-Formate: Paragraph (Text-Antwort), Liste (nummeriert oder Bullet Points) und Tabelle. Du kannst gezielt darauf optimieren.
Paragraph-Snippet: Formuliere den H2 als Frage. Beantworte sie im ersten Absatz darunter in exakt 40-60 Worten. Kein Drumherum-Gerede, direkte Antwort. Google liebt das.
Listen-Snippet: Verwende H3-Tags als Listenpunkte unter einem H2. Wenn du z. B. “7 Schritte zur OnPage-Optimierung” schreibst, sollte jeder Schritt ein H3 sein. Google extrahiert die H3s automatisch als Liste.
Tabellen-Snippet: Verwende echte HTML-Tabellen im Content. Markdown-Tabellen funktionieren auch, wenn dein CMS sie korrekt rendert. Google zieht Tabellen bevorzugt, wenn die Suchanfrage nach einem Vergleich klingt (“X vs. Y”, “Kosten von X”).
Internal Linking: Der stille Ranking-Booster
Interne Verlinkung ist der am meisten unterschätzte OnPage-Faktor. Nicht weil die Branche es nicht weiß, sondern weil es niemand konsequent umsetzt.
Warum Internal Links so mächtig sind:
- Sie verteilen PageRank (ja, das gibt es intern noch)
- Sie helfen Google, die thematische Struktur deiner Seite zu verstehen (Topical Authority)
- Sie reduzieren die Crawl-Tiefe (weniger Klicks von der Startseite = schneller indexiert)
- Sie halten User länger auf der Seite (gut für Engagement-Signale)
Praxis-Regeln:
- Jede Seite braucht mindestens 3-5 interne Links. Seiten mit 0-1 internen Links sind Orphan Pages — Google findet und wertet sie kaum.
- Anchor-Text muss sprechend sein. “Hier klicken” bringt null. “Unsere Keyword-Recherche-Methode” sagt Google exakt, worum es auf der Zielseite geht.
- Von starken Seiten zu schwachen linken. Deine Startseite und Top-Traffic-Seiten haben die meiste Authority. Ein Link von dort zu einer neuen Unterseite pusht diese.
- Hub-and-Spoke-Modell: Eine Pillar-Page (z. B. /glossar/seo/) verlinkt auf alle Unter-Themen (/glossar/onpage-optimierung/, /glossar/offpage-optimierung/, /glossar/technisches-seo/). Jede Unter-Seite verlinkt zurück zum Hub.
Screaming Frog Workflow: Tab “Internal” > “Unique Inlinks” > sortiere aufsteigend. Alle Seiten mit weniger als 3 Inlinks brauchen Aufmerksamkeit. Exportieren, priorisieren, abarbeiten.
Bild-Optimierung: Alt-Tags, WebP und Lazy Loading
Bilder sind oft der größte Performance-Killer — und gleichzeitig eine verpasste Ranking-Chance.
Alt-Tags:
- Beschreibend, 8-12 Wörter. Nicht “bild1.jpg”, sondern “Mechaniker reinigt Fahrradkette mit Kettenreiniger im Werkstatt”.
- Keyword einmal einbauen, wenn es natürlich passt. Nicht forcieren.
- Dekorative Bilder (Icons, Trenner) bekommen ein leeres alt="" — sonst stören sie Screenreader.
Bildformat:
- WebP ist Standard. 25-35 % kleiner als JPEG bei gleicher Qualität.
- AVIF ist die Zukunft, aber der Browser-Support ist noch nicht bei 100 %.
- Biete Fallbacks an: WebP mit JPEG-Fallback über das
<picture>-Element.
<picture>
<source srcset="/images/onpage-audit.avif" type="image/avif" />
<source srcset="/images/onpage-audit.webp" type="image/webp" />
<img
src="/images/onpage-audit.jpg"
alt="Screaming Frog OnPage Audit Dashboard mit Title Tag Analyse"
width="1200"
height="630"
loading="lazy"
decoding="async"
/>
</picture>
Lazy Loading:
loading="lazy"auf alle Bilder außer dem First-Viewport-Bild (das Above-the-Fold-Bild). Das erste sichtbare Bild sollteloading="eager"oder gar kein Loading-Attribut haben — sonst verzögerst du den LCP.decoding="async"verhindert, dass der Browser beim Dekodieren blockiert.- Breite und Höhe immer angeben (
widthundheight), um CLS (Cumulative Layout Shift) zu vermeiden.
Tool-Check: Screaming Frog > Images > Filter “Missing Alt Text” zeigt dir alle Bilder ohne Alt-Tag. “Images Over 100KB” zeigt dir die schlimmsten Performance-Sünder.
Core Web Vitals: Der technische OnPage-Faktor
Core Web Vitals sind seit 2021 ein Ranking-Faktor — aber ein schwächerer als die meisten denken. Sie sind ein Tiebreaker: Bei zwei inhaltlich gleich guten Seiten gewinnt die schnellere. Aber sie schlagen nicht besseren Content.
Die drei Metriken:
| Metrik | Was sie misst | Gut | Schlecht |
|---|---|---|---|
| LCP (Largest Contentful Paint) | Ladezeit des größten sichtbaren Elements | < 2,5s | > 4,0s |
| INP (Interaction to Next Paint) | Reaktionszeit auf User-Interaktion | < 200ms | > 500ms |
| CLS (Cumulative Layout Shift) | Visuelle Stabilität beim Laden | < 0,1 | > 0,25 |
Die häufigsten Killer:
- LCP: Unkomprimierte Hero-Images, Render-Blocking JavaScript, langsamer Server (TTFB > 800ms). Lösung: WebP,
<link rel="preload">für Hero-Image, CDN. - INP: Heavy JavaScript, Third-Party-Scripts (Analytics, Chat-Widgets, Consent-Banner). Lösung: Scripts lazy loaden,
deferoderasyncauf Script-Tags. - CLS: Bilder ohne Dimensions, spät ladende Ads, Web Fonts ohne
font-display: swap. Lösung: Width/Height auf Bilder, Ad-Slots mit fester Größe reservieren.
Wo prüfen: Google Search Console > Core Web Vitals (Felddaten deiner echten Nutzer). PageSpeed Insights für Lab-Daten einzelner URLs. Beides zusammen ergibt das vollständige Bild.
Nummer drei: Schema Markup ist nicht optional — und die meisten machen es falsch
Schema Markup ist das am meisten unterschätzte OnPage-Element. Nicht weil es direkt rankt (das ist debattiert), sondern weil es:
- Rich Results ermöglicht (und die CTR verdoppeln können)
- AI-Zitationen verbessert (ChatGPT, Perplexity und andere Modelle crawlen Schema)
- Core Web Vitals indirekt verbessert (weil Rich Results Klickrate erhöhen, weniger OffPage-Signale nötig)
Häufiger Fehler: “Wir implementieren Article-Schema weil Google das fordert.”
Nein. Google fordert gar nichts. Aber wenn du ein News-Outlet oder Blog bist, gibt dir Schema ein Rich-Result-Badge — und das ist +15-40 % CTR.
Mehr dazu in unserem Glossareintrag zu Structured Data.
Welches Schema ist Impact-maximal?
In dieser Reihenfolge (nach echtem ROI):
- Article-Schema (für Blog-Posts, News)
- Product-Schema (für eCommerce — zeigt Bewertungen, Preis, Verfügbarkeit)
- FAQPage-Schema (für FAQ-Content — erzeugt das Google Featured Snippet)
- BreadcrumbList-Schema (für Navigation — bessere Crawlability)
- Organization-Schema (für Brand Trust — am wenigsten Impact)
Konkretes JSON-LD-Beispiel für Article-Schema:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "Article",
"headline": "OnPage Optimierung: Die Checkliste nach Impact",
"author": {
"@type": "Organization",
"name": "think11",
"url": "https://think11.de"
},
"publisher": {
"@type": "Organization",
"name": "think11",
"logo": {
"@type": "ImageObject",
"url": "https://think11.de/logo.png"
}
},
"datePublished": "2026-04-08",
"dateModified": "2026-04-03",
"mainEntityOfPage": {
"@type": "WebPage",
"@id": "https://think11.de/glossar/onpage-optimierung/"
}
}
FAQPage-Schema — der schnellste Weg zu mehr SERP-Platz:
{
"@context": "https://schema.org",
"@type": "FAQPage",
"mainEntity": [
{
"@type": "Question",
"name": "Was ist OnPage Optimierung?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "OnPage Optimierung umfasst alle Maßnahmen direkt auf deiner Website: Title Tags, Content-Struktur, interne Verlinkung, Schema Markup und technische Performance."
}
},
{
"@type": "Question",
"name": "Wie lange dauert es, bis OnPage-Änderungen wirken?",
"acceptedAnswer": {
"@type": "Answer",
"text": "Title-Tag-Änderungen zeigen oft nach 2-4 Wochen Wirkung. Content-Optimierungen brauchen 4-8 Wochen. Schema Markup kann innerhalb von Tagen Rich Results auslösen."
}
}
]
}
Validierung: Nutze den Google Rich Results Test (search.google.com/test/rich-results) und Screaming Frog unter Configuration > Spider > Extraction > JSON-LD, um Schema auf allen Seiten systematisch zu prüfen.
Beispiel aus der Praxis:
Ein Decathlon-ähnlicher Shop hatte FAQPage-Schema auf “Welche Fahrrad-Größe passt zu mir?”-Seite nicht implementiert.
Nach Implementierung:
- +3 Position besser gerankt
- +48 % CTR aus Featured Snippet
- +120 % mobile Sessions
FAQPage-Schema kostet 15 Minuten Implementierung. Meist.
Nummer vier: E-E-A-T wird unterschätzt — und es ist kein Binary Signal
Das Kürzel ist überall: E-E-A-T = Expertise, Experience, Authority, Trustworthiness.
Viele SEOs denken: “Das ist nur für YMYL-Content” (Your Money, Your Life — also Finanzen, Medizin, Recht).
Stimmt nicht. Es ist für alles. Nur die Gewichtung ändert sich. Bei “Wie pflege ich mein Fahrrad?” weniger kritisch. Bei “Wie investiere ich 100.000 Euro?” sehr kritisch.
Was misst Google hier konkret?
Das kann ich nicht 100 % sagen (niemand kann), aber meine Hypothese nach 15 Jahren:
- Expertise: Zeigst du echtes Wissen? Haben deine Inhalte Tiefe? Oder kopierst du Allgemeinplätze?
- Experience: Hast du das selbst getan? Testimonials? Case Studies? (Das ist “echte” Erfahrung, nicht “ich habe ein Buch darüber gelesen”)
- Authority: Zitiert dich die Branche? Verlinkst du dich selbst konsistent? Bist du im Wikipedia-Artikel zu deinem Thema erwähnt?
- Trustworthiness: Impressum, Datenschutz, Autor-Bio, Quellen-Links?
Praktisch implementiert:
## Meine Erfahrung mit dieser Methode
Ich bin seit 2008 Fahrrad-Mechaniker und habe über 4.000 Räder überholt.
Diese Wartungs-Anleitung basiert auf 15 Jahren Praxis, nicht auf Theorie.
vs.
## Warum diese Methode funktioniert
Diese Methode basiert auf Best Practices...
Der erste ist honesty. Der zweite ist marketing-speak.
BOFU-Seiten zuerst optimieren:
“BOFU” = Bottom Of Funnel. Also Seiten, die direkt vor der Conversion stehen. Die Ranking-schwächen dort auszubügeln ist höher ROI als ein “Beginner’s Guide”-Artikel zu optimieren.
Warum? Weil jede Position bei “Welche SEO-Agentur” mehr Umsatz generiert als jede Position bei “Was ist SEO?”
Tool-Vergleich: Was brauchst du wirklich?
Nicht jedes Tool ist für jeden Use Case gleich gut. Hier die ehrliche Einschätzung:
| Tool | Stärke | Schwäche | Preis (ca.) | Am besten für |
|---|---|---|---|---|
| Screaming Frog | Technischer Crawl, Title/Meta/H1-Audit, Schema-Extraktion | Kein Keyword-Tracking, UI gewöhnungsbedürftig | 259 EUR/Jahr | Technisches OnPage-Audit |
| Sistrix | Sichtbarkeitsindex, Content-Kannibalisierung, SERP-Feature-Analyse | Backlink-Daten schwächer als Ahrefs | ab 129 EUR/Monat | Visibility-Monitoring, DE-Markt |
| Ahrefs | Backlink-Daten, Content-Gap, Keyword-Difficulty | Sichtbarkeitsindex fehlt | ab 99 USD/Monat | Link Building, Content-Planung |
| Google Search Console | Echte Google-Daten: CTR, Impressionen, Core Web Vitals | Daten nur 16 Monate zurück, kein Competitor-Vergleich | Kostenlos | CTR-Analyse, Indexing-Probleme |
| Semrush | All-in-one: SEO, PPC, Content | Jack of all trades, bei keinem Feature #1 | ab 139 USD/Monat | Wettbewerbsanalyse |
| PageSpeed Insights | Core Web Vitals, Performance-Empfehlungen | Nur einzelne URLs, kein Batch-Audit | Kostenlos | Schneller Performance-Check |
Mein Stack: Screaming Frog + Sistrix + Google Search Console decken 90 % aller OnPage-Aufgaben ab. Ahrefs kommt dazu, wenn Backlinks und Content-Gaps im Fokus stehen.
Die vollständige Checkliste: Priorisiert nach Impact
Tier 1: Diese müssen perfekt sein (werden 90 % der Ergebnisse ausmachen)
- [ ] Title Tag: Keyword am Anfang, 50-60 Zeichen, emotionale oder numerische Hook
- [ ] Meta Description: 150-155 Zeichen, Call-to-Action oder unique Value Prop
- [ ] H1-Überschrift: Ein H1 pro Seite, sollte Title sehr ähnlich sein, aber nicht identisch
- [ ] Content-Qualität: Mindestens 2-3x so detailliert wie Top-3 Ranking-Competitors
- [ ] Content-Struktur: H1 > H2 (3-7 davon) > H3 (pro H2 mindestens 1-2) — keine Hierarchie-Sprünge
- [ ] Keyword-Platzierung: Keyword im ersten Satz, in mindestens 2 H2/H3-Überschriften (basierend auf der Keyword-Recherche)
- [ ] Article-Schema oder ProductSchema: Implementiert, validiert, getestet
- [ ] Autor-Bio: Wer schreibt? Kurze Expertise-Angabe
- [ ] Internal Linking: Mind. 3-5 interne Links zu thematisch relevanten Seiten, sprechende Anchor-Texte
- [ ] Mobile Rendering: Seite sieht auf Mobile gut aus, Text ist nicht gequetscht (Mobile First Indexing ist Standard)
Tier 2: Diese sollten gut sein (werden 8-10 % der Ergebnisse ausmachen)
- [ ] FAQ-Schema: Falls die Seite FAQs hat
- [ ] Alt-Text für Bilder: Beschreibend, 8-12 Wörter, Keyword 1x eingebaut (wenn es passt)
- [ ] Bildformat: WebP oder AVIF, komprimiert, mit Width/Height-Attributen
- [ ] Lazy Loading:
loading="lazy"auf alle Bilder außer Above-the-Fold - [ ] Core Web Vitals: LCP < 2,5s, INP < 200ms, CLS < 0,1
- [ ] Content Freshness: Seite wurde in den letzten 6 Monaten aktualisiert (ändert Datum oder fügt “Update 2026” hinzu)
- [ ] Readability: Flesch-Index > 60 für B2C, > 50 für B2B (deutsche Version: Wiener Sachtextformel)
- [ ] Linked Keywords: Mindestens 3-5 interne Links zu Seiten mit LSI-Keywords (verwandter Begriffe)
- [ ] Outbound Links: 5-10 Links zu autoritativen Quellen (zeigt Research)
- [ ] Featured-Snippet-Optimierung: H2 als Frage, direkte Antwort in 40-60 Worten darunter
Tier 3: Nett zu haben, aber nicht lebensverändernd (0-2 %)
- [ ] BreadcrumbList-Schema: Hilfreich für Crawling & Indexierung
- [ ] OG-Tags: Für Social Sharing
- [ ] Canonical-Tag: Standard auf jeder Seite (verhindert Duplicate Content)
- [ ] XML-Sitemap: Seite ist drin
- [ ] Robots-Meta: “noindex” ist NICHT gesetzt
- [ ] Page Speed Insights: Score > 75 (nett, aber nicht Ranking-Faktor an sich)
- [ ] Outbound Link Anchor-Text: Sprechend, nicht “hier klicken”
- [ ] Video-Einbettung: Falls topic dafür relevant
- [ ] PDF/Downloadable: White Paper, Checkliste, etc. als Content Hook
Screaming Frog Workflow: OnPage Audit in 30 Minuten
Screaming Frog ist das Schweizer Taschenmesser für OnPage-Audits. So nutzt du es effizient:
Schritt 1: Crawl starten
1. Screaming Frog öffnen
2. URL eingeben (z. B. example.com)
3. Configuration > Spider > Crawl: Limit auf 5.000 URLs (für erste Analyse genug)
4. Start
Schritt 2: Title Tags prüfen
Tab: Page Titles
- Filter: "Over 60 Characters" -> Zu lang, wird abgeschnitten
- Filter: "Below 30 Characters" -> Zu kurz, verschenktes Potenzial
- Filter: "Duplicate" -> Identische Titles = Kannibalisierung
Schritt 3: Meta Descriptions prüfen
Tab: Meta Description
- Filter: "Missing" -> Kein Snippet-Control
- Filter: "Duplicate" -> Google wählt selbst (schlecht)
Schritt 4: H1-Tags prüfen
Tab: H1
- Filter: "Missing" -> Kein H1 = kein klares Thema für Google
- Filter: "Multiple" -> Mehrere H1 = verwirrender Kontext
Schritt 5: Interne Links analysieren
Tab: Internal > Unique Inlinks
- Sortiere nach "Inlinks" aufsteigend
- Seiten mit 0-1 internen Links: Orphan Pages (Google findet sie kaum)
Schritt 6: Bilder prüfen
Tab: Images
- Filter: "Missing Alt Text" -> Alt-Tags fehlen
- Filter: "Over 100KB" -> Zu große Bilder, Performance-Killer
- Filter: "Missing Width or Height Attributes" -> CLS-Risiko
Exportiere die Ergebnisse als CSV und arbeite sie systematisch ab — Tier 1 zuerst.
Zusätzliche Tools: Sistrix zeigt dir den Sichtbarkeitsindex pro URL, damit du priorisieren kannst, welche Seiten den größten Hebel haben. Ahrefs liefert Backlink-Daten pro Seite, um zu verstehen, ob mangelnde OnPage-Optimierung oder fehlende Backlinks das Problem sind.
Ein Fallbeispiel: Tier-1-Optimierung in der Praxis
Website: B2B-Agentur, Keyword: “SEO-Agentur München” Ausgangslage: Position 24
Tier-1-Optimierungen (in 4 Stunden):
| Faktor | Vorher | Nachher | Effort |
|---|---|---|---|
| Title Tag | ”SEO Agentur Beratung München & Bayern" | "SEO-Agentur München: +85 % organic Traffic in 6 Monaten” | 10min |
| Meta Desc. | ”Professionelle SEO-Beratung für Agenturen…" | "SEO-Agentur München mit Garantie: +2-5 Ranking-Positionen oder Geld zurück. 200+ erfolgreiche Projekte.” | 15min |
| H1 | ”SEO Agentur München” | Gleich wie Title, nur ohne das “+85 %“ | 5min |
| Content | 2.200 Wort, oberflächlich | 3.800 Wort, mit Case Studies, Preisen, Prozess | 2.5h |
| Struktur | Keine H2/H3 | 5 H2 + 12 H3 | 45min |
| Schema | Keine | LocalBusiness + Organization | 30min |
| Internal Links | 0 | 8 Links zu “SEO-Services”, “Keyword-Recherche”, “Wettbewerbsanalyse” | 20min |
Resultat nach 6 Wochen: Position 8
Resultat nach 4 Monaten: Position 2-3
Geschätzter zusätzlicher Umsatz: 40-80K Euro pro Jahr.
Nicht schlecht für eine Optimierung, die 4 Stunden gekostet hat, oder?
Google Search Console: Die unterschätzten OnPage-Insights
Die Search Console ist kostenlos und liefert Daten, die kein anderes Tool hat — echte Google-Daten.
OnPage-relevante Reports:
-
Leistung > Seiten: Zeigt dir Klicks, Impressionen, CTR und Position pro URL. Sortiere nach Impressionen absteigend und identifiziere Seiten mit hoher Sichtbarkeit aber niedriger CTR — dort fehlt ein guter Title Tag.
-
Abdeckung > Ausgeschlossen: Hier findest du Seiten, die Google kennt aber nicht indexiert. “Gecrawlt, derzeit nicht indexiert” bedeutet oft: Content zu dünn oder zu ähnlich zu einer anderen Seite.
-
Verbesserungen > Core Web Vitals: Zeigt Feldbasierte Daten deiner echten Nutzer. Wenn hier rot steht, hast du ein technisches Problem.
-
Links > Interne Links: Zeigt, welche Seiten die meisten internen Links haben. Deine wichtigsten Seiten sollten ganz oben stehen.
Die unbequemen Wahrheiten
1. Keyword-Dichte ist tot — Keyword-Relevanz ist alles
Spammer waren besessen von “Keyword-Dichte 1-3 %”. Google kümmerts nicht. Was zählt: Erscheint das Keyword in relevanten Kontexten? (H2, erster Satz, Bild-Alt)
2. Backlinks sind immer noch wichtiger als OnPage
Ich weiß, du willst hören, dass OnPage übermächtig ist. Ist es nicht. OnPage ist Hygiene. Backlinks sind der Booster. Die beste OnPage-Optimierung rankt nicht Position 1, wenn die Top-3 alle 50+ Domain Authority haben.
3. “Optimiert für Suchmaschinen UND Menschen” ist kein Widerspruch
Das ist der Standard. Wenn dein Content für Menschen schlecht ist, wird die Bounce Rate das rächen. Und Bounce Rate beeinflusst Rankings.
4. AI-generierter Content ist nicht automatisch schlecht für SEO
Aber er ist schlecht für E-A-T. Und E-A-T ist neu-wichtig. Wenn dein Content von GPT stammt, musst du das offenlegen und noch stärker zeigen, dass du dahinter stehst.
5. Mobile First Indexing heißt: Mobile ist dein Ranking
Google indexiert seit 2023 ausschließlich die mobile Version deiner Seite. Was auf Desktop funktioniert aber auf Mobile kaputt ist, existiert für Google nicht. Prüfe jede OnPage-Änderung auf dem Handy — nicht nur im Chrome DevTools Responsive Mode.
Final Verdict
OnPage-Optimierung ist wie Zähneputzen. Notwendig, aber nicht ausreichend. Wer mit mir arbeitet, fokusst Tier 1 komplett, Tier 2 zu 80 %, und ignoriert Tier 3.
Die Checkliste mit 100 Punkten? Vergiss es. Die hier? Die funktioniert.
Und falls du dich fragst: Ja, das sind die exakten Kriterien, nach denen wir bei Think11 OnPage Audits durchführen. Kein Magic, nur Priorisierung.
Los geht’s.