Google Business Profile (ehemals Google My Business) ist der kostenlose Unternehmenseintrag bei Google, der in den lokalen Suchergebnissen, in Google Maps und im Knowledge Panel auf der rechten Seite der Suchergebnisseite erscheint. Wenn jemand nach einem lokalen Unternehmen sucht – sei es ein Restaurant, ein Handwerksbetrieb oder eine Agentur – zeigt Google dieses Profil mit Adresse, Telefonnummer, Öffnungszeiten, Bewertungen und Fotos. Für Local SEO ist das Google Business Profile der wichtigste einzelne Faktor.
Das Rebranding von Google My Business zu Google Business Profile vollzog Google 2021/2022 – gleichzeitig wanderte die Verwaltung aus der separaten App direkt in die Google-Suche und in Google Maps. Viele sprechen bis heute von “Google My Business” oder kurz “GMB”, gemeint ist dasselbe Produkt.
Warum ist das Google Business Profile so wichtig für lokale Unternehmen?
Lokale Suchanfragen haben eine hohe Handlungsabsicht. Wer nach einem Dienstleister, Geschäft oder Restaurant in der Nähe sucht, möchte in der Regel zeitnah einen Besuch oder eine Kontaktaufnahme. Das Google Business Profile ist in diesen Momenten oft der erste Berührungspunkt – noch vor der eigenen Website.
Google zeigt bei lokalen Suchen das sogenannte Local Pack: drei prominente Einträge mit Karte, direkt über den organischen Suchergebnissen. Wer dort nicht erscheint, verliert lokale Sichtbarkeit an die Konkurrenz. Die Platzierung im Local Pack hängt von drei Faktoren ab: Relevanz (passt das Profil zur Suchanfrage?), Entfernung (wie nah ist das Unternehmen am Suchenden?) und Bekanntheit (wie viele und wie gute Bewertungen hat das Profil?).
Ein vollständig ausgefülltes und aktiv gepflegtes Google Business Profile signalisiert Google und potenziellen Kunden gleichermaßen Professionalität und Vertrauenswürdigkeit.
Wie wird ein Google Business Profile eingerichtet und verifiziert?
Die Einrichtung erfolgt über die Google Business Profile-Verwaltung. Zunächst wird geprüft, ob bereits ein Eintrag für das Unternehmen existiert – Google erstellt manchmal automatisch Einträge auf Basis öffentlicher Daten. Falls ja, muss das bestehende Profil beansprucht werden.
Bei der Erstellung werden grundlegende Informationen eingegeben: Unternehmensname, Kategorie, Adresse (bei stationären Geschäften) oder Einzugsgebiet (bei Dienstleistern ohne Publikumsverkehr), Telefonnummer und Website.
Anschließend folgt die Verifizierung. Google möchte sicherstellen, dass das Unternehmen tatsächlich existiert und die Person, die das Profil verwaltet, berechtigt ist. Übliche Methoden sind eine Postkarte an die Geschäftsadresse mit einem Bestätigungscode, ein Telefonanruf, eine E-Mail-Verifizierung oder – bei bereits verknüpfter Google Search Console – eine sofortige Bestätigung. Zunehmend verlangt Google auch eine Video-Verifizierung, bei der du Standort, Geschäftsausstattung und Zugang zu nicht-öffentlichen Bereichen filmst. Ohne Verifizierung bleibt das Profil unsichtbar.
Was gehört zur vollständigen Profil-Optimierung?
Ein optimiertes Google Business Profile geht weit über die Pflichtfelder hinaus. Folgende Elemente sollten sorgfältig gepflegt werden:
Primäre und sekundäre Kategorien: Die Hauptkategorie bestimmt, für welche Suchanfragen das Profil angezeigt wird. Zusätzlich lassen sich mehrere sekundäre Kategorien hinzufügen – etwa ein Friseur, der auch Bartpflege und Kosmetik anbietet. Wähle Kategorien so spezifisch wie möglich.
Unternehmensbeschreibung: Maximal 750 Zeichen, in denen das Leistungsangebot, die Alleinstellungsmerkmale und der Standort klar benannt werden. Die Beschreibung sollte relevante Keywords natürlich einbinden, ohne Keyword-Stuffing.
Fotos und Videos: Profile mit hochwertigen Fotos erhalten mehr Aufrufe und Aktionen. Zeige das Geschäft von außen (erleichtert das Auffinden), den Innenraum, das Team und deine Produkte oder Ergebnisse. Regelmäßig neue Fotos hinzuzufügen, signalisiert Aktivität.
Beiträge (Posts): Google Business Profile bietet eine Post-Funktion für Neuigkeiten, Angebote, Events und Produkte. Diese Beiträge erscheinen direkt im Profil und halten es aktuell. Sie sind ein unterschätztes Werkzeug, um aktuelle Aktionen oder saisonale Angebote sichtbar zu machen.
Fragen und Antworten: Nutzer können öffentlich Fragen stellen. Beantworte diese zeitnah und präzise. Proaktiv häufig gestellte Fragen selbst einzustellen und zu beantworten, ist eine effektive Methode, um wichtige Informationen sichtbar zu platzieren.
Dienstleistungen und Produkte: Liste deine konkreten Angebote mit Beschreibung und optionaler Preisangabe auf. Diese Informationen helfen sowohl Nutzern als auch Google, dein Angebot besser einzuordnen.
Attribute: Je nach Branche bietet Google verschiedene Attribute an – etwa barrierefreier Zugang, WLAN, Außenbestuhlung oder kontaktlose Zahlung. Nutze alle zutreffenden Attribute, da sie als Filterkriterien in der Suche dienen.
Schritt für Schritt: So optimierst du dein Profil 2026 vollständig
Aus unserer Agentur-Praxis hat sich eine feste Reihenfolge bewährt, wenn wir ein Profil neu aufsetzen oder ein vernachlässigtes Profil übernehmen:
Schritt 1 – Kategorien festlegen: Zuerst die Hauptkategorie, denn sie hat den größten Hebel auf die Relevanz. Prüfe, welche Hauptkategorie die Wettbewerber im Local Pack für dein wichtigstes Keyword nutzen – das ist meist ein guter Ausgangspunkt. Danach ergänzt du sekundäre Kategorien für alle weiteren Leistungsbereiche. Weniger ist hier mehr: Jede Kategorie sollte einen echten Geschäftszweig abbilden, nicht nur ein Wunsch-Keyword.
Schritt 2 – Leistungen mit Beschreibungen ausfüllen: Google schlägt je nach Kategorie Standard-Leistungen vor, du kannst aber eigene hinzufügen. Der häufigste Fehler in Profilen, die wir übernehmen: Die Leistungen sind zwar angehakt, aber ohne Beschreibungstext. Nutze das Beschreibungsfeld jeder einzelnen Leistung, um konkret zu benennen, was der Kunde bekommt. Das hilft Google bei der Zuordnung zu spezifischen Suchanfragen – und dem Nutzer bei der Entscheidung.
Schritt 3 – Attribute vollständig pflegen: Gehe die komplette Attributliste durch, nicht nur die offensichtlichen Punkte. Attribute wie “von Inhaberinnen geführt”, “Terminvereinbarung erforderlich” oder Barrierefreiheits-Angaben tauchen als Filter und Labels in der Suche auf. Fehlende Attribute füllt Google teilweise über Nutzerbefragungen selbst – dann hast du keine Kontrolle mehr über die Darstellung.
Schritt 4 – Öffnungszeiten inklusive Sonderzeiten: Reguläre Öffnungszeiten sind Pflicht, aber der Unterschied zeigt sich an Feiertagen: Google fordert vor jedem Feiertag aktiv zur Bestätigung auf. Unbestätigte Zeiten markiert Google mit dem Hinweis, dass die Öffnungszeiten abweichen könnten – das kostet an genau den Tagen Vertrauen, an denen Kunden spontan suchen. Trage Sonderzeiten für Feiertage, Betriebsferien und Events frühzeitig ein.
Schritt 5 – Terminbuchung verknüpfen: Über die Buchungs-Funktion kannst du einen Termin- oder Reservierungslink direkt im Profil hinterlegen – je nach Branche über einen unterstützten Buchungsanbieter oder als einfachen Link zu deiner eigenen Buchungsseite. Der Buchungs-Button verkürzt den Weg vom Suchenden zum Termin auf einen Klick, ohne Umweg über die Website. Für Dienstleister mit Terminen (Praxen, Studios, Beratungen, Werkstätten) ist das einer der wirkungsvollsten Conversion-Hebel im gesamten Profil.
Schritt 6 – Fotos strategisch aufbauen: Starte mit den Pflicht-Motiven: Außenansicht aus mehreren Blickwinkeln (hilft beim Auffinden), Innenräume, Team, Arbeitsergebnisse oder Produkte. Danach ergänzt du kontinuierlich – lieber jede Woche ein bis zwei neue Fotos als einmal im Jahr fünfzig. Und um mit einem hartnäckigen Mythos aufzuräumen: Geotags in den EXIF-Daten der Fotos bringen keinen Rankingvorteil. Google wertet diese Metadaten nicht als lokales Rankingsignal aus. Die Zeit, die manche Tools und Anleitungen für das nachträgliche Geotaggen veranschlagen, investierst du besser in echte, aktuelle Aufnahmen.
Google Posts: So hältst du dein Profil aktiv
Die Post-Funktion ist das am meisten unterschätzte Werkzeug im Google Business Profile. Posts erscheinen direkt im Profil in der Suche und in Maps – prominenter Platz, den die meisten Wettbewerber ungenutzt lassen.
Drei Post-Typen stehen zur Verfügung: Neuigkeiten für alles Aktuelle aus dem Unternehmen, Angebote mit Zeitraum und optionalem Gutscheincode sowie Events mit Datum und Uhrzeit. Angebote und Events bleiben bis zum Ende ihres Zeitraums sichtbar, Neuigkeiten rücken mit der Zeit nach hinten.
Warum lohnt sich der Aufwand? Regelmäßige Posts halten das Profil sichtbar aktuell – für Nutzer ein klares Signal, dass das Unternehmen aktiv ist. Ein Profil, dessen letzter Post Monate zurückliegt, wirkt auf Suchende ähnlich wie ein Schaufenster mit vergilbten Plakaten. Aus unserer Erfahrung reicht ein Rhythmus von ein bis zwei Posts pro Woche vollkommen aus; entscheidend ist die Kontinuität, nicht die Menge.
Ein Praxis-Tipp zur Messbarkeit: Versieh jeden Link in einem Post mit UTM-Parametern, zum Beispiel ?utm_source=gbp&utm_medium=organic&utm_campaign=post-angebot-juli. Ohne UTM-Parameter landet der Traffic aus dem Business Profile in Google Analytics 4 meist unsauber im organischen Google-Traffic – du kannst dann nicht unterscheiden, ob ein Besucher über die klassischen Suchergebnisse oder über dein Profil kam. Mit konsistenter UTM-Struktur siehst du dagegen genau, welche Posts Klicks und Conversions bringen. Dasselbe gilt übrigens für den Website-Link im Profil selbst.
Wie funktioniert professionelles Bewertungsmanagement?
Bewertungen sind der stärkste Vertrauensfaktor im Google Business Profile und beeinflussen das Ranking im Local Pack direkt. Ein systematischer Umgang mit Bewertungen umfasst:
Bewertungen aktiv einholen: Zufriedene Kunden hinterlassen selten von sich aus eine Bewertung. Ein freundlicher Hinweis nach Abschluss einer Dienstleistung – per E-Mail, auf der Rechnung oder durch einen QR-Code am Tresen – erhöht die Bewertungsrate erheblich. Der Prozess sollte so einfach wie möglich sein: ein direkter Link zum Bewertungsformular.
Rechtssicher bleiben: Beim Sammeln von Bewertungen gibt es klare Grenzen. Bewertungen zu kaufen ist tabu – das verstößt gegen die Google-Richtlinien und kann zusätzlich wettbewerbsrechtliche Folgen haben. Auch Anreize sind unzulässig: Rabatte, Gutscheine oder Gewinnspiel-Teilnahmen im Tausch gegen eine Bewertung verbietet Google ausdrücklich, unabhängig davon, ob die Bewertung positiv ausfallen soll oder nicht. Ebenfalls gegen die Richtlinien verstößt das sogenannte Review-Gating: erst intern die Zufriedenheit abfragen und nur die zufriedenen Kunden zum Google-Formular weiterleiten. Erlaubt ist die neutrale, an alle Kunden gerichtete Bitte um eine ehrliche Bewertung – und genau die funktioniert in der Praxis auch am besten, weil sie eine glaubwürdige, natürliche Bewertungsstruktur erzeugt.
Auf alle Bewertungen antworten: Positive Bewertungen verdienen ein persönliches Dankeschön. Negative Bewertungen erfordern eine professionelle, sachliche Antwort – das Problem anerkennen, eine Lösung anbieten, das Gespräch bei Bedarf offline weiterführen. Potenzielle Kunden lesen die Antworten auf negative Bewertungen besonders aufmerksam. Wichtig dabei: Antworte nie im Affekt und bestätige in der Antwort keine Details, die unter Verschwiegenheitspflichten fallen könnten – gerade Praxen, Kanzleien und Berater dürfen nicht einmal bestätigen, dass jemand Kunde oder Patient war.
Fake-Bewertungen melden: Bewertungen, die gegen Google-Richtlinien verstoßen (Spam, Fake, Interessenkonflikt), können über das Profil gemeldet und von Google geprüft werden. Rechne mit Bearbeitungszeit und formuliere die Meldung sachlich entlang der konkreten Richtlinie, gegen die verstoßen wird. Bei Bewertungen mit falschen Tatsachenbehauptungen kann zusätzlich der juristische Weg über eine Beschwerde oder Abmahnung sinnvoll sein – das ist dann aber ein Fall für den Anwalt, nicht für das Google-Formular.
Richtlinien-Fallen: Diese Fehler kosten dich das Profil
Die Google-Richtlinien für die Darstellung von Unternehmen sind streng – und Google setzt sie durch Suspendierungen durch. Drei Fallen begegnen uns in der Praxis immer wieder:
Briefkasten- und Scheinstandorte: Wer Profile für Standorte anlegt, an denen keine echte Geschäftspräsenz mit Personal existiert – Briefkastenadressen, reine Virtual-Office-Adressen, die Wohnung eines Bekannten in der Nachbarstadt – riskiert die Suspendierung. Und zwar nicht nur des Fake-Standorts: Google suspendiert bei solchen Verstößen häufig gleich alle Profile des Kontos, also auch das legitime Hauptprofil. Die vermeintliche Abkürzung, um in mehreren Städten im Local Pack zu erscheinen, kann so die gesamte lokale Sichtbarkeit auf einen Schlag kosten. Wer mehrere Städte bedient, ohne dort Standorte zu haben, definiert stattdessen ein Einzugsgebiet und baut lokale Sichtbarkeit über Stadt-Landingpages und Local SEO auf.
Keyword-Stuffing im Firmennamen: Der Profilname muss dem realen, im Geschäftsverkehr verwendeten Unternehmensnamen entsprechen. Trotzdem sieht man in vielen Branchen Muster wie ”🥇 SEO Agentur Musterstadt © | Webdesign | Google Ads” – aufgeblähte Namen mit Emojis, Sonderzeichen und Keyword-Ketten. Das funktioniert kurzfristig manchmal tatsächlich, weil der Name ein starkes Relevanzsignal ist. Es bleibt aber ein klarer Richtlinienverstoß: Wettbewerber können solche Namen über das Redressal-Formular melden, Google korrigiert sie und bei wiederholten Verstößen droht die Suspendierung. Ein sauberer Name plus starke Kategorien, Leistungen und Bewertungen ist die nachhaltige Variante.
“Dauerhaft geschlossen” richtig nutzen: Die Markierung “dauerhaft geschlossen” ist ausschließlich für Standorte gedacht, die es wirklich nicht mehr gibt. Bei einem Umzug markierst du das Profil nicht als geschlossen, sondern änderst die Adresse – so bleiben Bewertungen und Historie erhalten. Bei vorübergehenden Schließungen (Umbau, Betriebsferien) nutzt du “vorübergehend geschlossen” oder Sonderöffnungszeiten. Ein fälschlich als dauerhaft geschlossen markiertes Profil verschwindet praktisch aus der lokalen Suche – und auch Dritte können diese Markierung vorschlagen. Prüfe dein Profil deshalb regelmäßig auf von Google übernommene Änderungsvorschläge, denn Nutzer und automatische Systeme können Kerndaten deines Profils zur Änderung vorschlagen, die Google teils ohne Rückfrage übernimmt.
GBP und Local Pack: Wie Google lokale Rankings bestimmt
Google dokumentiert offiziell drei Faktoren für lokale Rankings: Relevanz, Entfernung und Bekanntheit. Wer versteht, wie die drei zusammenspielen, kann gezielt priorisieren:
Relevanz beschreibt, wie gut dein Profil zur Suchanfrage passt. Hier liegt der größte direkt beeinflussbare Hebel: Hauptkategorie, sekundäre Kategorien, Leistungen mit Beschreibungen und eine vollständige Profilpflege. Google sagt selbst, dass vollständige Profile die Zuordnung zu Suchanfragen erleichtern.
Entfernung ist der Faktor, den du am wenigsten steuern kannst: Google berechnet die Distanz zwischen Standort des Suchenden und deinem Geschäft beziehungsweise Einzugsgebiet. Das erklärt auch, warum Rankings im Local Pack je nach Standort des Suchenden stark schwanken – und warum ein Ranking-Check vom eigenen Bürostandort aus wenig über die tatsächliche Sichtbarkeit im gesamten Stadtgebiet aussagt. Wer die Sichtbarkeit realistisch beurteilen will, prüft sie von mehreren Punkten im Einzugsgebiet aus.
Bekanntheit (Prominence) speist sich aus mehreren Quellen: Bewertungen (Anzahl, Durchschnitt, Aktualität), der allgemeinen Bekanntheit der Marke, Erwähnungen und Verlinkungen im Web sowie der organischen Stärke der verknüpften Website. Hier verzahnt sich das Business Profile mit klassischer SEO: Eine Website mit sauberer OnPage-Basis, lokal relevanten Inhalten und guten Backlinks stärkt auch das Local-Pack-Ranking. Umgekehrt kann das beste Profil eine schwache Website nur begrenzt kompensieren.
Wichtig für die Erwartungssteuerung: Die drei Faktoren werden gegeneinander abgewogen. Ein weiter entferntes Unternehmen mit hoher Bekanntheit kann ein näheres mit schwachem Profil überholen – Entfernung ist ein Faktor, kein K.-o.-Kriterium.
Erfolg messen: Was das GBP-Dashboard zeigt – und wo seine Grenzen liegen
Das integrierte Statistik-Dashboard (“Leistung”) zeigt, wie Nutzer mit deinem Profil interagieren: über welche Suchanfragen sie das Profil gefunden haben, wie viele Aufrufe es über die Suche und über Maps gab und welche Aktionen ausgeführt wurden – Website-Klicks, Anrufe, Routenplanungen, Nachrichten und Buchungen. Diese Daten helfen, die Profil-Optimierung gezielt zu steuern und den Erfolg der Local-SEO-Maßnahmen zu beurteilen.
In der Praxis solltest du drei Dinge regelmäßig anschauen: die Suchanfragen (tauchen deine wichtigsten Leistungs-Keywords auf, oder findet dich nur, wer deinen Namen kennt?), das Verhältnis von Marken- zu generischen Suchen (nur generische Suchen wie “zahnarzt osnabrück” bringen Neukunden) und die Interaktionen im Zeitverlauf (Anrufe und Routenanfragen sind die härteren Signale als bloße Profilaufrufe).
Dabei sind die Grenzen der Statistiken klar zu benennen: Die Zahlen sind aggregiert und teilweise gerundet, kurze Zeiträume schwanken stark, und die Daten reichen nur begrenzt zurück – für langfristige Vergleiche solltest du sie regelmäßig exportieren oder extern festhalten. Anrufe zählt Google nur, wenn sie über den Anruf-Button ausgelöst wurden; wer die Nummer abtippt oder aus dem Verlauf wählt, taucht nicht auf. Und die Suchanfragen-Liste zeigt nur einen Ausschnitt der tatsächlichen Anfragen. Behandle das Dashboard deshalb als Trend-Indikator, nicht als exakte Buchhaltung – und kombiniere es mit UTM-getaggten Links und deiner Web-Analyse, um das vollständige Bild zu bekommen. Wer zusätzlich bezahlte lokale Sichtbarkeit über Google Ads aufbaut, sollte organische Profil-Interaktionen und bezahlte Klicks sauber getrennt auswerten.
Wie funktioniert es in der Praxis?
Die Optimierung des Google Business Profiles unterscheidet sich je nach Unternehmenstyp:
Einzelhandel und Gastronomie: Hier zählen aktuelle Öffnungszeiten (inklusive Feiertage und Sonderzeiten), hochwertige Fotos der Produkte und Räumlichkeiten, regelmäßige Posts mit Tagesangeboten oder Events und ein aktives Bewertungsmanagement. Saisonale Attribute wie Außenbereich oder Lieferdienst sollten gepflegt werden.
Handwerk und Dienstleister: Statt einer Besuchsadresse wird ein Einzugsgebiet definiert. Die Dienstleistungsliste ist hier besonders wichtig, weil Kunden nach spezifischen Leistungen suchen. Vorher-Nachher-Fotos von Projekten demonstrieren Kompetenz überzeugender als jede Beschreibung.
Unternehmen mit mehreren Standorten: Jeder Standort benötigt ein eigenes Google Business Profile mit individuellen Fotos, Beschreibungen und Ansprechpartnern. Einheitliches NAP (Name, Adresse, Telefon) über alle Online-Verzeichnisse hinweg ist dabei entscheidend für die Local-SEO-Performance.
B2B-Unternehmen und Agenturen: Auch ohne Laufkundschaft lohnt sich ein optimiertes Profil. Es erscheint bei Markensuchen im Knowledge Panel und stärkt die Glaubwürdigkeit. Bewertungen von Geschäftskunden und Fotos des Teams schaffen Vertrauen.
Häufige Fehler
Inkonsistente NAP-Daten: Name, Adresse und Telefonnummer stimmen nicht mit den Angaben auf der eigenen Website oder in Branchenverzeichnissen überein. Google wertet Konsistenz als Vertrauenssignal – Abweichungen verwirren sowohl Google als auch Nutzer.
Falsche oder zu breite Kategorien: Wer als Zahnarzt die Hauptkategorie “Arzt” wählt, verschenkt Relevanz. Die spezifischste zutreffende Kategorie ist immer die beste Wahl.
Bewertungen ignorieren: Weder antworten noch aktiv einholen. Ein Profil mit wenigen oder unbeantworteten Bewertungen wirkt vernachlässigt und verliert im Ranking gegen aktiv gepflegte Profile.
Website hinter dem Profil technisch vernachlässigen: Das Google Business Profile verlinkt auf deine Website. Wenn dort die Grundlagen nicht stimmen, schadet das der Gesamtperformance. In einem aktuellen Audit einer TYPO3-basierten Energieplattform fanden wir kein Organization-Schema und kein OG-Markup — auf keiner einzigen der über 800 Seiten. Für Google Business Profile ist Organization-Schema-Markup besonders wichtig, weil es die Verknüpfung zwischen Profil und Website stärkt und lokale Suchergebnisse verbessert.
Praxisbeispiel: Aus unserer Praxis: Bei einem Technical-SEO-Audit einer TYPO3-Energieplattform (800+ Seiten) fehlte auf der gesamten Website jegliches Organization-Schema und Open-Graph-Markup. Ohne Organization-Schema konnte Google die Verbindung zwischen Business Profile und Website nicht maschinell herstellen. Das OG-Markup-Fehlen führte dazu, dass Social-Media-Shares weder Logo noch korrekte Beschreibung zeigten — ein doppelter Verlust an lokalem Trust-Signal und Social Proof.
Profil einrichten und vergessen: Ohne regelmäßige Updates – neue Fotos, Posts, aktualisierte Öffnungszeiten – veraltet das Profil. Google bevorzugt aktive Profile. Ein Eintrag, der seit zwei Jahren nicht aktualisiert wurde, erzeugt beim Suchenden berechtigte Zweifel.
Keyword-Stuffing im Unternehmensnamen: Manche Unternehmen fügen Keywords in den Profilnamen ein – etwa “Malermeister Müller - Maler Osnabrück günstig schnell”. Das verstößt gegen die Google-Richtlinien und kann zur Sperrung des Profils führen. Der Unternehmensname muss dem realen Namen entsprechen.
Keine Fotos hochladen: Profile ohne eigene Fotos wirken unprofessionell. Google zeigt dann nutzer- oder streetview-generierte Bilder, über die du keine Kontrolle hast.
Google Business Profile-Optimierung mit Think11
Think11 aus Osnabrück optimiert als Google Premium Partner Google Business Profile strategisch – von der Ersteinrichtung über die vollständige Profiloptimierung bis zum laufenden Bewertungsmanagement. In über 3.000 Projekten haben wir lokale Sichtbarkeit für Unternehmen verschiedenster Branchen aufgebaut.
Unser SEO-Team nutzt das Google Business Profile als zentrale Säule jeder Local-SEO-Strategie. Kombiniert mit technischer OnPage-Optimierung und gezielter Keyword-Recherche sorgen wir dafür, dass dein Unternehmen in den lokalen Suchergebnissen sichtbar wird — genau dann, wenn potenzielle Kunden nach deiner Leistung suchen.