Marketing-Glossar

Qualitätsfaktor (Google Ads Quality Score) | Think11

Zuletzt aktualisiert: 26.02.2026 · Redaktion Think11

Der Qualitätsfaktor (Quality Score) ist eine Bewertung von Google Ads auf einer Skala von 1 bis 10, die angibt, wie relevant und nützlich deine Anzeige, dein Keyword und deine Landing Page für den Suchenden sind. Ein hoher Qualitätsfaktor senkt deinen Klickpreis und verbessert deine Anzeigenposition – ein niedriger treibt die Kosten in die Höhe und drückt dich aus den Top-Positionen. Kein anderer Wert in Google Ads hat einen vergleichbaren Hebeleffekt auf die Profitabilität deiner Kampagnen.

Wir betreuen bei Think11 als Google Premium Partner (Top 3 %) über 110 aktive Kunden mit Google-Ads-Konten in unterschiedlichsten Branchen. Die Erfahrung zeigt: Die meisten Werbetreibenden unterschätzen den Qualitätsfaktor massiv. Sie erhöhen Gebote, wenn Rankings fallen, statt die eigentliche Ursache zu beheben. Das ist, als würdest du bei einem undichten Reifen schneller fahren, statt das Loch zu flicken.

Wie der Qualitätsfaktor berechnet wird

Google berechnet den Qualitätsfaktor auf Keyword-Ebene anhand von drei Komponenten, die jeweils als „unterdurchschnittlich”, „durchschnittlich” oder „überdurchschnittlich” bewertet werden.

Erwartete Klickrate (Expected CTR): Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Nutzer auf deine Anzeige klickt, wenn sie für dieses Keyword erscheint? Google vergleicht die historische CTR deiner Anzeige mit der durchschnittlichen CTR aller Anzeigen in derselben Position für dieses Keyword. Wenn deine Anzeige bei Position 2 eine CTR von 8 % hat, der Durchschnitt aber bei 5 % liegt, bewertet Google deine erwartete CTR als überdurchschnittlich. Die Position selbst wird herausgerechnet – ein fairer Vergleich also.

Anzeigenrelevanz (Ad Relevance): Wie gut passt der Anzeigentext zum Keyword? Wenn jemand „SEO Agentur Osnabrück” sucht und deine Anzeige den Text „Digitalagentur für alles” zeigt, ist die Relevanz niedrig. Enthält die Anzeige hingegen „SEO Agentur in Osnabrück – Google Premium Partner”, ist die Relevanz hoch. Google analysiert den semantischen Zusammenhang, nicht nur exakte Keyword-Übereinstimmungen.

Nutzererfahrung auf der Zielseite (Landing Page Experience): Bietet die Seite, auf der der Nutzer nach dem Klick landet, das, was die Anzeige verspricht? Google bewertet Ladegeschwindigkeit, Mobile-Freundlichkeit, relevanten Content und die allgemeine Nutzbarkeit der Seite. Eine generische Startseite für ein spezifisches Keyword-Versprechen führt zu einer schlechten Bewertung. Eine dedizierte Landing Page mit passendem Inhalt, klarer Struktur und schneller Ladezeit bekommt eine gute Bewertung.

Der sichtbare Qualitätsfaktor (1–10) ist eine Aggregation dieser drei Komponenten. Intern nutzt Google eine granularere Berechnung für die Echtzeit-Auktion – der sichtbare Score dient als diagnostisches Werkzeug, nicht als exaktes Auktionssignal.

Warum der Qualitätsfaktor so viel Geld spart (oder kostet)

Der Qualitätsfaktor fließt direkt in den Ad Rank ein – die Formel, die deine Anzeigenposition bestimmt:

Ad Rank = Gebot x Qualitätsfaktor (vereinfacht)

Die reale Formel ist komplexer und bezieht Anzeigenerweiterungen, Anzeigenformate und Kontextsignale ein, aber das Grundprinzip bleibt: Ein höherer Qualitätsfaktor bedeutet, dass du mit einem niedrigeren Gebot dieselbe Position erreichst.

Konkrete Rechnung: Werbetreibender A bietet 3 Euro mit einem Quality Score von 8. Sein Ad Rank: 24. Werbetreibender B bietet 5 Euro mit einem Quality Score von 4. Sein Ad Rank: 20. Werbetreibender A gewinnt die bessere Position – und zahlt weniger pro Klick. Bei 1.000 Klicks im Monat spart A gegenüber B rund 2.000 Euro – jeden Monat, nur durch den besseren Quality Score.

Wir haben bei Think11 Konten übernommen, in denen der durchschnittliche Qualitätsfaktor bei 4 lag. Nach 3 Monaten gezielter Optimierung stieg er auf 7–8. Das Ergebnis: 35 % niedrigere CPCs bei gleichzeitig 20 % mehr Klicks – ohne das Budget zu erhöhen. Das sind keine Ausnahmen. Das passiert konsistent, wenn man die drei Stellschrauben systematisch bearbeitet.

Die erwartete Klickrate verbessern

Die erwartete CTR ist die Komponente, die am stärksten durch den Anzeigentext beeinflusst wird. Hier sind die Hebel:

Keyword im Anzeigentext: Das klingt trivial, wird aber erstaunlich oft ignoriert. Wenn das Keyword „SEO Audit” ist, sollte „SEO Audit” prominent in der Überschrift stehen. Google fett den übereinstimmenden Text in der Anzeige, was die CTR zusätzlich erhöht.

Differenzierende Headline: Generische Anzeigentexte wie „Jetzt anfragen” oder „Professionelle Lösung” unterscheiden sich nicht vom Wettbewerb. Spezifische Versprechen wie „SEO Audit in 48h – mit Maßnahmenplan” oder „Google Premium Partner – 110+ aktive Kunden” heben sich ab und ziehen Klicks.

Anzeigenerweiterungen nutzen: Sitelinks, Callout-Extensions, strukturierte Snippets und Preiserweiterungen vergrößern die Anzeigenfläche in der SERP und erhöhen die CTR signifikant. Google bestätigt, dass Anzeigenerweiterungen den Ad Rank positiv beeinflussen – unabhängig vom Qualitätsfaktor. Trotzdem wirken sie indirekt, weil eine höhere CTR die erwartete Klickrate für zukünftige Auktionen verbessert.

Responsive Search Ads mit vielen Varianten: Liefere Google 15 Überschriften und 4 Beschreibungen. Je mehr Varianten, desto besser kann das System die CTR-stärkste Kombination für jeden Nutzer zusammenstellen. Teste über A/B-Testing verschiedene Werteversprechen, Calls-to-Action und USPs.

Negativ-Keywords pflegen: Wenn deine Anzeige bei irrelevanten Suchanfragen erscheint, sinkt die CTR. Jeder irrelevante Impression ohne Klick drückt die erwartete Klickrate. Eine saubere Negativ-Keyword-Liste filtert Suchanfragen wie „kostenlos”, „Erfahrungen”, „Gehalt” oder „Ausbildung” heraus – je nach Geschäftsmodell.

Die Anzeigenrelevanz steigern

Anzeigenrelevanz misst, ob dein Anzeigentext thematisch zum Keyword passt. Die wichtigste Maßnahme:

Granulare Anzeigengruppen: Packe nicht 50 Keywords in eine Anzeigengruppe mit einem generischen Anzeigentext. Erstelle thematisch enge Anzeigengruppen mit 5–15 eng verwandten Keywords und spezifisch darauf zugeschnittenen Anzeigentexten. Wenn eine Anzeigengruppe die Keywords „SEO Agentur”, „SEO Beratung” und „SEO Optimierung” enthält, sollte der Anzeigentext genau diese Begriffswelt abdecken.

Dynamic Keyword Insertion (DKI): Google kann das jeweilige Keyword automatisch in die Anzeige einsetzen. Sinnvoll eingesetzt erhöht DKI die Relevanz, weil die Anzeige exakt das Keyword des Suchenden widerspiegelt. Schlecht eingesetzt – etwa mit zu langen Keywords oder grammatikalisch problematischen Einsätzen – wirkt es unprofessionell.

Suchintention verstehen: Ein Keyword wie „Google Ads Agentur” hat eine transaktionale Intention. Der Nutzer will eine Agentur beauftragen. Eine Anzeige, die erklärt, was Google Ads ist, verfehlt die Intention. Eine Anzeige, die ein konkretes Angebot macht („Google Ads Betreuung ab 1.500 €/Monat – Kostenloses Audit”), trifft sie.

Regelmäßiger Suchanfragenbericht: Der Suchanfragenbericht zeigt dir, bei welchen tatsächlichen Suchanfragen deine Anzeigen erscheinen. Wenn dort Begriffe auftauchen, die thematisch nicht zu deinen Anzeigen passen, musst du entweder den Match-Type einschränken, Negativ-Keywords ergänzen oder neue, spezifischere Anzeigengruppen erstellen.

Die Landing-Page-Erfahrung optimieren

Die dritte Komponente ist die, die am meisten Arbeit erfordert – aber auch den größten langfristigen Impact hat. Denn eine gute Landing Page verbessert nicht nur den Qualitätsfaktor, sondern auch die Conversion Rate.

Relevanz zwischen Anzeige und Seite: Wenn deine Anzeige „SEO Audit für Onlineshops” verspricht, muss die Landing Page genau das liefern – nicht eine generische Service-Übersicht, auf der SEO-Audits irgendwo in Absatz vier erwähnt werden. Jede wichtige Anzeigengruppe verdient eine eigene Landing Page.

Ladegeschwindigkeit: Google misst die Ladezeit deiner Landing Page. Seiten, die länger als 3 Sekunden laden, werden als unterdurchschnittlich bewertet – und verlieren zusätzlich Conversions, weil Nutzer abspringen. Core Web Vitals sind nicht nur ein SEO-Thema, sondern direkt relevant für deinen Google-Ads-Qualitätsfaktor. Komprimiere Bilder, nutze Lazy Loading, minimiere JavaScript.

Mobile Optimierung: Über 60 % der Google-Suchanfragen kommen von mobilen Geräten. Wenn deine Landing Page auf dem Smartphone schlecht funktioniert – kleine Schrift, horizontales Scrollen, nicht klickbare Buttons –, bewertet Google die Nutzererfahrung als schlecht. Responsive Design ist kein Nice-to-have, sondern Pflicht.

Klare Handlungsaufforderung: Eine Landing Page ohne erkennbaren nächsten Schritt frustriert Nutzer. Ein prominenter CTA-Button, ein kurzes Kontaktformular oder eine direkte Telefonnummer geben dem Nutzer Orientierung und signalisieren Google, dass die Seite auf die Intention des Suchenden eingeht.

Vertrauenssignale: Kundenbewertungen, Gütesiegel, Partnerlogos und Fallstudien erhöhen die wahrgenommene Vertrauenswürdigkeit. Google bewertet indirekt auch Engagement-Metriken wie Verweildauer und Bounce Rate, die durch Vertrauenssignale positiv beeinflusst werden.

Transparenz und Einzigartigkeit: Dünner Content, der von anderen Seiten kopiert wurde oder keinen echten Mehrwert bietet, wird von Google negativ bewertet. Deine Landing Page muss originalen, spezifischen Content haben, der das Keyword-Thema abdeckt. Content Marketing und Google Ads sind keine getrennten Welten.

Qualitätsfaktor-Mythen, die sich hartnäckig halten

„Der Qualitätsfaktor aktualisiert sich in Echtzeit.” Falsch. Der sichtbare Score in der Google-Ads-Oberfläche aktualisiert sich verzögert – manchmal erst nach Wochen. Die interne Berechnung für die Auktion ist granularer und aktueller, aber der angezeigte Wert ist ein historischer Durchschnitt.

„Ein Quality Score von 10 ist immer das Ziel.” Nicht unbedingt. Für Brand-Keywords (den eigenen Markennamen) sind Quality Scores von 8–10 realistisch und erwartbar. Für generische, wettbewerbsintensive Keywords ist ein Score von 7 bereits gut. Den Aufwand, von 7 auf 10 zu kommen, investierst du bei manchen Keywords besser in andere Optimierungen.

„Pausierte Keywords beeinflussen den Qualitätsfaktor.” Nein. Pausierte Keywords haben keinen Einfluss auf den Quality Score aktiver Keywords. Der Score wird pro Keyword berechnet, nicht als Konto-Durchschnitt.

„Mehr Budget = besserer Qualitätsfaktor.” Komplett falsch. Der Qualitätsfaktor ist budgetunabhängig. Ein Konto mit 500 Euro Monatsbudget kann denselben Quality Score erreichen wie eines mit 50.000 Euro. Es geht um Relevanz, nicht um Geld.

„Der Qualitätsfaktor gilt nur für Search Ads.” Technisch korrekt in seiner sichtbaren Form. Aber auch Display-Kampagnen, YouTube Ads und Performance Max nutzen interne Qualitätssignale, die ähnlich funktionieren. Die Prinzipien – Relevanz, Nutzererfahrung, erwartete Performance – gelten kanalübergreifend.

Qualitätsfaktor im Kontext des gesamten Kontos

Auch wenn Google den Qualitätsfaktor offiziell auf Keyword-Ebene berechnet, gibt es starke Hinweise auf einen historischen Konto-Qualitätsfaktor (Account-Level Quality Score). Neue Keywords in einem Konto mit langer positiver Historie starten tendenziell mit besseren Scores als dieselben Keywords in einem neuen Konto.

Das hat praktische Konsequenzen: Wenn du ein Google-Ads-Konto mit schlechter Historie hast – niedrige CTRs, irrelevante Keywords, hohe Bounce Rates –, kann es sinnvoller sein, ein neues Konto aufzusetzen, als das alte zu reparieren. Das ist eine kontroverse Empfehlung, die viele Agenturen scheuen, weil sie historische Daten verlieren. Aber bei Konten mit einem durchschnittlichen Quality Score unter 4 haben wir bei Think11 mit einem Neustart bessere Ergebnisse erzielt als mit einer schrittweisen Sanierung.

Der Qualitätsfaktor beeinflusst auch, welche Anzeigenerweiterungen Google anzeigt und ob deine Anzeigen für bestimmte Auktionen überhaupt zugelassen werden. Ein Quality Score von 1–2 bedeutet, dass Google deine Anzeige für dieses Keyword als so irrelevant einstuft, dass sie in vielen Auktionen gar nicht erst teilnimmt – egal wie hoch dein Gebot ist.

Monitoring und systematische Verbesserung

Den Qualitätsfaktor zu verbessern ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. So gehst du systematisch vor:

Wöchentlicher Quality-Score-Report: Exportiere die Quality-Score-Daten für alle aktiven Keywords. Sortiere nach Score und identifiziere Keywords mit Werten unter 5 – das sind deine Prioritäten. Filtere nach den drei Komponenten, um die spezifische Schwachstelle zu identifizieren.

Segmentierte Analyse: Ein niedriger Score bei „Expected CTR” erfordert andere Maßnahmen als einer bei „Landing Page Experience”. Behandle jede Komponente separat. Oft reicht es, eine Komponente von „unterdurchschnittlich” auf „durchschnittlich” zu heben, um den Gesamtscore um 2–3 Punkte zu steigern.

Google Tag Manager für granulares Tracking: Miss nicht nur Conversions, sondern auch Micro-Conversions auf deinen Landing Pages – Scrolltiefe, Formular-Interaktionen, CTA-Klicks. Diese Daten helfen dir, die Landing-Page-Erfahrung gezielt zu verbessern. In Kombination mit Google Analytics 4 entsteht ein vollständiges Bild der Nutzerreise.

Iteratives Testing: Ändere nicht alles gleichzeitig. Teste zuerst neue Anzeigentexte, miss die Auswirkung auf die CTR und den Quality Score. Dann optimiere die Landing Page. Dann justiere die Keyword-Struktur. Schritt für Schritt, messbar, nachvollziehbar.

Think11-Praxis

Als Google Premium Partner managen wir bei Think11 Google-Ads-Konten mit Monatsbudgets von 2.000 bis über 200.000 Euro. Unser CEO Schahab Hosseiny sagt gern: „Der Qualitätsfaktor ist das Fieberthermometer deines Google-Ads-Kontos. Er sagt dir nicht, was die Krankheit ist, aber er zeigt dir, dass etwas nicht stimmt.”

Unser Optimierungsprozess beginnt mit einem Quality-Score-Audit: Wo stehen die Scores, welche Komponenten sind schwach, wo liegt das größte Einsparpotenzial? Daraus leiten wir eine priorisierte Roadmap ab – meistens starten wir mit den Landing Pages, weil dort die Hebel am größten sind.

Typische Ergebnisse nach 3 Monaten Quality-Score-Optimierung: Durchschnittlicher Score steigt von 4–5 auf 7–8. CPCs sinken um 25–40 %. Die Conversion Rate steigt parallel, weil bessere Landing Pages nicht nur Google, sondern auch Nutzer überzeugen. Das freiwerdende Budget investieren wir in die Skalierung profitabler Kampagnen oder in parallele SEO-Maßnahmen für langfristige organische Sichtbarkeit.

Du verbrennst zu viel Budget in Google Ads und weißt nicht warum? In 8 von 10 Fällen ist der Qualitätsfaktor ein zentraler Hebel. Unser Online-Marketing-Team analysiert dein Konto und zeigt dir, wo die Optimierungspotenziale liegen. Datenbasiert, transparent und mit klarem ROI-Fokus – so arbeiten wir mit Web Analytics und Google Ads zusammen.

Profilbild von Schahab Hosseiny
Think11 Team
Antwort in wenigen Sekunden