Case OMKI: Aufbau, Absturzgefahr und Rebrand einer Konferenzmarke
Wie Think11 mit OMKB und OMKI eine eigene Konferenzmarke aufgebaut, durch eine Schwächephase gesteuert und per Rebrand-Migration neu positioniert hat — mit offenen SISTRIX-Daten.
Kurzantwort
Wie Think11 mit OMKB und OMKI eine eigene Konferenzmarke aufgebaut, durch eine Schwächephase gesteuert und per Rebrand-Migration neu positioniert hat — mit offenen SISTRIX-Daten. Im Artikel findest du die wichtigsten Eindrücke, den Kontext des Events und die zentralen Themen des Abends.
Die meisten unserer Cases handeln von Kundenprojekten. Dieser hier ist anders: Er handelt von einem eigenen Projekt — und er zeigt bewusst auch die Phase, in der es nicht gut lief. Denn bei der eigenen Marke gibt es keine geschönten Zahlen und keine Ausreden: Jede Entscheidung, jeder Fehler und jedes Ergebnis gehört uns selbst. Wer wissen will, wie wir arbeiten, wenn niemand zuschaut, findet die Antwort in dieser Kurve.

Kapitel 1: Eine etablierte Konferenz, die digital nicht existierte
Die Online Marketing Konferenz Bielefeld (OMKB) gibt es als Veranstaltung seit 2016 — unabhängige Recaps von Agenturen wie luna-park, Mittwald oder später Claneo dokumentieren die Geschichte von der ersten Ausgabe an. Vor Ort funktionierte die Marke. Digital existierte sie praktisch nicht: Im Juni 2021 lag der SISTRIX-Sichtbarkeitsindex von omkb.de bei 0,0001.
Für eine Konferenz ist das ein strukturelles Problem, kein kosmetisches. Tickets, Speaker-Bewerbungen und Sponsoren-Anfragen entstehen in den elf Monaten zwischen den Veranstaltungen — und zwar dort, wo Menschen nach Themen suchen, nicht nach dem Eventnamen. Wer nur zum Ticketverkauf sichtbar ist, bezahlt jede Reichweite doppelt: einmal beim Aufbau, einmal beim Wiederaufbau im nächsten Jahr.
Kapitel 2: Der Aufbau — Content-Plattform statt Event-Broschüre
Die strategische Entscheidung ab 2021: omkb.de wird nicht als Veranstaltungs-Website behandelt, sondern als ganzjährige Content-Plattform. Konkret bedeutete das vier Bausteine, die bis heute die Architektur prägen:
- Video-Bibliothek als Fundament. Jede Konferenz produziert Vorträge — die meisten Veranstalter lassen sie in der Schublade verschwinden. Bei der OMKB wurden sie zur dauerhaften Bibliothek ausgebaut, inzwischen mit über 350 Vorträgen und Tutorials. Jedes Video ist ein Suchkontakt, der unabhängig vom Eventdatum funktioniert.
- Speaker-Verzeichnis mit eigenständigen Profilen. Über 260 Speaker-Seiten verankern Namen, Firmen und Themen — Inhalte, nach denen ganzjährig gesucht wird und die die Konferenz mit der gesamten Branche verknüpfen.
- Redaktionelles Magazin. Themenbeiträge zu Digital-Marketing-Fragen, die unabhängig vom Event ranken und die Marke als Wissensquelle positionieren statt als Ticketshop.
- Verzeichnis-Strukturen für Events, Tools und Anbieter — Seiten mit klarer Suchintention und langem Lebenszyklus.
Es ist dieselbe Demand-System-Logik, die wir in Kundenprojekten wie markilux oder dem Mercure Hotel MOA Berlin einsetzen — hier nur ohne Abstimmungsschleifen und mit vollem Zugriff auf jede Stellschraube.
Das Ergebnis: Der Sichtbarkeitsindex stieg von 0,0001 (Juni 2021) auf 0,5294 im August 2024 — der Höchststand. Zur Einordnung: Damit war die Konferenz-Domain in der Spitze sichtbarer als viele etablierte Agentur-Domains, unsere eigene eingeschlossen. Eine Marke, die drei Jahre zuvor digital nicht existierte, war zur reichweitenstärksten Plattform im Portfolio geworden.
Kapitel 3: Die unbequeme Phase — und warum wir sie zeigen
Die Kurve oben zeigt auch, was danach kam: Vom Höchststand verlor omkb.de über 2025 kontinuierlich an Sichtbarkeit, bis auf Werte um 0,05 Anfang 2026. Diese Phase gehört in den Case, denn sie ist der eigentliche Grund für alles Weitere.
Der Rückgang fiel in eine Zeit, in der sich der Markt unter der Plattform wegbewegte: Die KI-Zäsur veränderte, wonach die Zielgruppe sucht und welche Inhalte Suchsysteme belohnen — während die Marke selbst begrifflich an “Online Marketing” von 2016 gebunden blieb. Eine Konferenzmarke, deren Name die Themen von gestern trägt, kann jede einzelne Seite optimieren und verliert trotzdem strukturell.
Man kann in so einer Lage die alte Kurve verwalten — oder die Marke neu ausrichten. Wir haben uns für die radikalere Option entschieden.
Kapitel 4: Der Rebrand — aus OMKB wird OMKI
2026 wurde aus der OMKB die OMKI — die Konferenz, wo Marketing und KI verschmelzen: neuer Name, neue Positionierung am relevantesten Thema des Jahrzehnts, neue Domain omki.com, Stadthalle Bielefeld als Bühne. Ein Rebrand mit Domain-Wechsel ist der riskanteste Moment im Leben einer digitalen Marke — die typischen Fehler, vom lückenhaften Redirect-Mapping bis zum vergessenen Monitoring, haben wir im Leitfaden zum Website-Relaunch beschrieben. Diesmal mussten wir unserem eigenen Playbook folgen: vollständige URL-Inventur der alten Plattform, 1:1-Weiterleitungen für die Inhalte mit Ranking-Substanz, Erhalt der Video- und Speaker-Strukturen unter neuer Architektur und ein Monitoring, das Abweichungen wöchentlich sichtbar macht.
Die Migrationszahlen von omki.com (SISTRIX, Deutschland):
| Zeitpunkt | Sichtbarkeitsindex omki.com |
|---|---|
| Ende März 2026 | 0,0147 |
| Höchststand Juni 2026 | 0,1908 |
| Mitte Juli 2026 | 0,1475 |
Dazu kommen Stand Juli 2026 rund 1.675 Keywords in den Top 100. Entscheidend ist der Vergleich mit dem Zustand vor der Migration: Die alte Domain lag zuletzt bei etwa 0,05 — die neue Marke hat dieses Niveau innerhalb eines Quartals etwa verdreifacht, während omkb.de planmäßig gegen null ausläuft. Der Knick nach dem Juni-Hoch ist ebenfalls Teil der ehrlichen Kurve: Migrations-Verläufe schwanken, während Suchsysteme Signale neu bewerten. Genau dafür läuft das Monitoring weiter.
Was der Case über die Arbeitsweise zeigt
- Sichtbarkeit ist ein System, kein Kanal. Video-Bibliothek, Speaker-Profile, Magazin und Verzeichnisse greifen ineinander — kein einzelner Hebel hätte die Aufbau-Kurve von 2021 bis 2024 erzeugt.
- Ein Hoch ist kein Besitzstand. Die Phase nach August 2024 zeigt, dass strukturelle Marktverschiebungen mehr wiegen als operative Optimierung. Wer nur die eigene Kurve anschaut, sieht das zu spät.
- Repositionierung schlägt Verwaltung. Der Wechsel auf das KI-Thema war kein kosmetischer Namenswechsel, sondern die Antwort auf die Diagnose aus Punkt 2.
- Migration ist beherrschbar — mit Prozess. Der Wechsel OMKB → OMKI belegt, dass ein Rebrand samt Domain-Wechsel kein Sichtbarkeits-Todesurteil ist, wenn er als SEO-Projekt geplant, umgesetzt und nachgemessen wird.
- Der Funnel läuft ganzjährig. Die Konferenz selbst — nächster Termin: OMKI am 18. März 2027 mit über 2.000 erwarteten Teilnehmern — ist der Conversion-Punkt eines Systems, nicht dessen einziger Inhalt.
Transparenz-Hinweis
OMKI und OMKB sind eigene Projekte der Think11 GmbH — dieser Case ist also Eigenwerbung im wörtlichsten Sinn. Genau deshalb legen wir die Messgrundlage offen, inklusive der Schwächephase: Alle Werte sind SISTRIX-Sichtbarkeitsindex-Daten für Deutschland (wöchentliche Datenpunkte, Abruf: 14. Juli 2026) und lassen sich mit jedem SISTRIX-Zugang unabhängig nachprüfen. Interne Zahlen zu Tickets, Leads oder Umsatz veröffentlichen wir hier bewusst nicht — was wir nicht belegen wollen, behaupten wir nicht.
Du planst selbst einen Aufbau, ein Rebranding oder eine Migration?
Die Mechanik dieses Cases ist übertragbar — auf Themenplattformen, Corporate Blogs, Marken-Relaunches. Die sinnvollsten Anschlusspunkte:
- SEO bei Think11 — Sichtbarkeitsaufbau als System
- Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust — die Checkliste hinter der Migration
- Marketing-Beratung — wenn erst das Zielbild fehlt